Netzethik statt Netiquette

Jan Krömer und Evrin Sen stellen in ihrem Buch “No Copy - die Welt der digitalen Raubkopie” die Grundlagen einer ganzen Schwarzkopierer-Szene dar. Historisch und umfassend beschreiben sie somit eine Szene aus Hackern und Crackern, deren Leidenschaft und Hobby das Beschaffen von Software ist, egal ob Musik/Film/Buch. Ein schönes Werk, welches unter eine Creative Commons-Lizenz für alle im Netz bereit steht. Vorbildlich.

Beim Lesen bin ich aber über ein Stichwort gestolpert, es wird von einer “Hackerethik” geschrieben.

Eine wunderbare Idee, nicht nur auf das Hacken bezogen. Digitale Ethik. Wie gehen wir mit netzkulturellen und -politischen Themen um. Was ist erlaubt, was ist im Netz moralisch? Welches Grundlagen der Zusammenkunft besitzen wir hier im Netz? Wie wird überhaupt mit Informationen umgegangen? Wie unfrei darf Wissen sein? Creative Commons und die Bewegung freier Software machen es ja schon bereits vor, aber was bedeutet das alles für uns als Individuum?

In so einem Kontext von Ethik zu sprechen kam mir noch nicht in den Sinn, trifft mich aber nun wie ein Tritt ins Gesicht. Natürlich brauchen wir ethische Diskussionen hier im Netz, weit über die Netiquette hinaus. Trollen und Spammen ist uncool, aber in Zeiten von immer größer werdender Öffentlichkeit im Netz, in Zeiten von Party-Pics und Gruschelei bei StudiVZ, in Zeiten der öffentlichen Videoüberwachung, in Zeiten der Vorratsdatenspeicherung und in Zeiten von Bundestrojanern brauchen wir dringend die Diskussion um eine allesumfassende Netzethik. Was lassen wir uns gefallen, was darf man mit uns tun und wie können wir uns schützen? Wie sind wir kreativ im Netz, wie arbeiten wir hier und welche Stolpersteine wirft man uns von draußen in den Weg?

Vielleicht gibt es diese ja schon, und sie wird nur an mir vorbei geführt, dann kläre man mich bitte auf…

One Response

  1. innerhalb der Hacker-Szene gibt es diesen Begriff schon lange - zB hier

    renke - 25. April, 2008 at 20:09

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