Das Netz als Unterhaltungsmedium
Mittlerweile bewege ich mich nun rund drei Jahre durch das Netz, besonders intensiv durch die Bloglandschaft. Ja, ich glaube dabei felsenfest an all die Möglichkeiten, die uns das Netz bietet. Dass es uns in unserem Alltag noch viel mehr verändern wird, als wir das Internet verändern werden. Ich spreche aus Erfahrung.
Doch was ist das Internet, was sind Blogs?
Diese naive Frage beschäftigt mich nun schon länger und war ebenfalls Grund für die Veränderung am eigenen Blog. Was will ich überhaupt erreichen?
Ich glaube, dass sich das Netz ganz grob, ganz, ganz grob in zwei Lager spalten lässt. Es gibt wie in vielen Medien zum einen die Information, zum anderen die Unterhaltung. Klar, das Netz ist ein “gedrucktes” Medium, also liegt diese Einteilung nahe. Entweder Roman oder Sachbuch. Entweder Kolumne oder Cartoon.
Doch da das Netz ein Medium des Wortes ist, ist es nahezu dazu verdammt in der Information stecken zu bleiben. In der Kopflastigkeit, die ein gut recherchierter Artikel nun einmal mit sich bringt. Das gilt für das Lesen wie gleichzeitig für das Schreiben.
Diese Kopflastigkeit, dieser Aufwand für beide Seiten gilt es zu durchbrechen. Das Netz steckt voller Information, es wird Zeit, der Unterhaltung ihren Raum zu geben. Hier und überall. Ohne viele Worte…
Es ist eine der erstaunlichsten Eigenschaften des Netzes, dass es zu einer Re-Oralisierung der Schrift führt. Schrift war seit jeher “wertvoll” im Vergleich zum gesprochenen Wort, das “kostenlos” war. Mit der ERfindung des Papiers, des Buchdrucks, der Industrialisierung wurde Schreiben immer günstiger und immer schnelle, bis es schließlich im Netz genauso teuer geworden ist wie Sprechen, und in Chaträumen sogar genauso schnell.
Und dem folgt auf dem Fuße, dass wir Schrift im Netz, imer häufiger wie gesprochene Sprache, wie Gespräche nutzen und verstehen. Und nicht wie Texte.
Das hatte jetzt wenig mit Information vs. Unterhaltung zu tun aber vielleicht tortzdem brauchbar. Hast Du schon Ivan Illichs “Im Weinberg des Textes” gelesen?
Nein, aber deine Gedanken klingen interessant.
Ich hab das eben aus dem Standpunkt der Unterhaltung gesehen und denke, dass das Netz weit aus mehr als ein digitales Buch oder Magazin sein kann.